Beleuchtung mit Kerze, Glühbirne, Energiesparlampe und LED

Beleuchtung: Wird nach der Energie-Effizienz die biologische Wirksamkeit das große Thema? (Bildquelle: © vladimirfloyd – Fotolia.com)

Seit dem 21. Juni werden die Tage nun schon kürzer, im Dezember scheint die Sonne auch an wolkenlosen Tagen keine 10 Stunden mehr. Dies kann bei einigen Menschen den Winterblues auslösen. Denn das Tageslicht hat mehr positive Wirkungen auf uns, als nur unsere Umwelt zu beleuchten. Bestimmte Wellenlängen des Lichts beeinflussen auch unsere „innere Uhr“. Die Wirkungen vor allem des Blauanteils des Lichts sind vielfältig: Blaues Licht unterdrückt zum Beispiel die Freisetzung von Melatonin (das Schlafhormon) aus der Epihyse (Zirbeldrüse). Vertiefte Informationen zu diesem Thema enthält diese Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Doch wie lange ist man noch dem natürlichen Tageslicht im Alltag ausgesetzt? Forscher und Konstrukteure streben seit Jahren danach, Tageslicht mit seinen vielfältigen und dynamischen Eigenschaften zu verstehen, um es künstlich nachzubilden und zum Beispiel an Arbeitsplätzen einzusetzen. Dabei wird auf verschiedene Lichtwirkungen gezielt, etwa die Stabilisierung der Schlaf-Wach- Rhythmik oder eine erhöhte Leistungsbereitschaft.

Wenn am Arbeitsplatz natürliches Licht fehlt, liegt die Überlegung nahe, dieses über künstliche, biologisch wirksame Beleuchtung nachzuahmen. Auch die Normung beschäftigt sich mit dem Einsatz der künstlichen, biologisch wirksamen Beleuchtung. Die Kommission Arbeitsschutz und Normung (KAN) verfolgt diese Entwicklungen aufmerksam und hat ein Positionspapier verabschiedet, um einer verfrühten Normung und Anwendung entgegenzuwirken und darauf aufmerksam zu machen, dass es bisher an ausreichend gesicherten Erkenntnissen fehlt. Falsches Licht zur falschen Zeit kann den Tagesrhythmus des Menschen durcheinander bringen. Ein möglicher Missbrauch biologisch wirksamen Lichtes als „Doping“ der Beschäftigten muss aus Arbeitsschutzsicht ausgeschlossen werden.

Zur Abwägung von Nutzen und Risiken beschäftigen sich die Arbeitsschutzkreise intensiv mit der künstlichen, biologisch wirksamen Beleuchtung. So hat die DGUV sich in einem Rundschreiben hierzu geäußert, die BAuA führt Studien zu diesem Thema durch, auch beim Arbeitsstättenausschuss und dem zuständigen Fachbereich der DGUV wird darüber diskutiert und die Kommission Arbeitsschutz und Normung hat ein Positionspapier veröffentlicht. Sicher ist, ein Spaziergang an der frischen Luft, wenn vielleicht auch mal ein paar Sonnenstrahlen sich zeigen, kann nicht schaden.

Dies ist ein Gastbeitrag von Dr. Anna Dammann, Fachbereich Gesundheitsschutz und Ergonomie bei der Kommission Arbeitsschutz und Normung (KAN).

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Eine Antwort auf Winterblues – es werde Licht?

  1. Ben sagt:

    Es ist interessant zu wissen, wie Licht könnte Melatonin beeinflussen

    gruß,
    Ben

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