Bei uns in der Kommunikationsabteilung der DGUV haben sich in dieser Woche interessante Diskussionen abgespielt. Es ging um ein kurzes Video, an dem man in den letzten Tagen im Internet kaum vorbeikam. Besonders auf den Social Media-Kanälen wurde es oft geteilt und erreichte tausende von Klicks in nur wenigen Tagen. Es handelt um einen Werbespot der Schweizer Polizei, der um mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr wirbt. Aber sehen Sie selbst:

Ein ganz schöner Schocker, so einige Meinungen in unserer Abteilung. Kann man denn heutzutage die Menschen nur noch durch solche krassen Mittel erreichen? Diese Frage habe ich mir dann auch gestellt. Natürlich erreicht man durch solche Szenen die Aufmerksamkeit der Leute und wie man sieht – es funktioniert sogar richtig gut! Einige meiner Kolleginnen und Kollegen sind begeisterte Fürsprecher des Spots. Außerdem redet das ganze Netz darüber, viele Zeitungen haben schon zum Spot berichtet. Vielleicht denkt jetzt so manche Person tatsächlich erst einmal nach, ob man beim Laufen im Straßenverkehr (oder beim Fahrradfahren, Autofahren…) wirklich das Smartphone in der Hand haben sollte, schlimmstenfalls sogar noch in Begleitung von Ohrstöpseln mit lauter Musik.

Ich habe dann mal recherchiert, wie früher Filme zum Arbeitsschutz so aussahen. Dabei bin ich auf diese Perle hier aus dem Jahr 1964 gestoßen. Da werden „Lektionen für Lebensmüde“ vorgestellt – immer mit einem ironischen Unterton, doch die Szenen und Beispiele sind nicht minder dramatisch im Vergleich zum aktuellen Spot der Schweizer Polizei.

Also ist es vielleicht doch keine übertrieben drastische Darstellung, sondern nur „back to the roots“? Gefällt Ihnen der Spot der Schweizer Polizei? Unsere Kommunikationsabteilung ist der Meinung, dass der Spot sein Ziel für mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr erreicht hat. Was meinen Sie?

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Eine Antwort auf Wie weit sollte man gehen?

  1. Henning von Stosch sagt:

    Das Video ist für Kleinkinder vielleicht nicht geeignet, im Fernsehen laufen aber dermaßen viele Morde und brutale Szenen, daß das Video Heranwachsenden zugemutet werden kann.

    Wer sich blöde verhält, das gilt auch für den Straßenverkehr, der kommt zu Schaden.

    Die Nutzung von Funktelefonen am Steuer ist mit gutem Grund nur mit Freisprechanlage erlaubt.

    Der Gesichtspunkt der Eigenverantwortung sollte unbedingt gestärkt werden. Schaut man sich die vielen chronisch Kranken in der Welt an, dann ist klar, daß unsere Welt überwiegend aus Defiziten besteht. Ohne das Buch von Max Otto Brucker “Unsere Nahrung unser Schicksal” und einen ungebrochenen Willen zur Selbstverantwortung hätte ich schon lange “den Löffel” weggelegt.

    Wer meint, daß “die Anderen” schon aufpassen werden, der ist ziemlich schief gewickelt.

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