Wärmendes Kerzenlicht gehört zur Vorweihnachtszeit. Auf Weihnachtsmärkten und in Wohnzimmern leuchten die Flammen. Selbst am Arbeitsplatz möchte manch einer nicht auf ein weihnachtliches Ambiente verzichten. Aber dürfen Beschäftigte beim Adventskaffee mit den Kolleginnen und Kollegen überhaupt eine Kerze anzünden? Schließlich birgt offenes Feuer auch Gefahren.

Kerzenlicht gehört zur Vorweihnachtszeit. Offene Flammen sollten jedoch nie ohne Aufsicht sein - sonst brennt schnell der ganze Adventskranz (wie auf dem Bild zu sehen) und nicht nur eine Kerze. (Bild: eyetronic - Fotolia.com)

Kerzenlicht gehört zur Vorweihnachtszeit. Offene Flammen sollten jedoch nie ohne Aufsicht sein – sonst brennt schnell der ganze Adventskranz und nicht nur eine Kerze. (Bild: eyetronic – Fotolia.com)

„Das muss der Arbeitgeber in der Brandschutzordnung für seinen Betrieb festlegen. Da sollte drin stehen, was den Beschäftigten erlaubt und was nicht. Grundlage dafür ist die Gefährdungsbeurteilung“, sagt Gerhard Sprenger vom Sachgebiet „Betrieblicher Brandschutz“ der DGUV. „In der Regel sind offene Kerzenflammen in den Unternehmen nicht erlaubt. Denn wenn sich aus einer vergessenen Adventskerze ein Brand entwickelt, steht das Unternehmen in der Verantwortung.“

Trotzdem möchten nicht alle Unternehmen auf einen repräsentativen Adventskranz mit echten Kerzen in ihrem Foyer verzichten. Sprenger: „In diesem Fall empfehle ich den Kranz mit einem speziellen Flammschutzspray nach DIN 4102 zu imprägnieren, das ihn schwer entflammbar macht. Darüber hinaus sollte man brennende Kerzen nie unbeobachtet lassen. Und die jeweiligen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sollten den Umgang und die Handhabung mit  den bereitgestellten Feuerlöscheinrichtungen kennen.“ Die Arbeitgeberinnen und die  Arbeitgeber haben ohnehin die Pflicht, eine ausreichende Anzahl seiner Beschäftigten zu Brandschutzhelfern zu schulen. Wie viele es sein sollten, ergibt sich wiederum aus der Gefährdungsbeurteilung. Ein Anteil von fünf Prozent der Beschäftigten ist in der Regel ausreichend.

Grundsätzlich hat der Unternehmer die Wahl: Er kann sich an die Vorgaben der „Technischen Regel für Arbeitsstätten: Maßnahmen gegen Brände“ (ASR A2.2) halten oder aber er überlegt sich alternative Strategien, wie der betriebliche Brandschutz im Einzelfall gewährleistet werden kann. Wichtig ist dabei, auf die Nichtbrennbarkeit beziehungsweise  Schwerentflammbarkeit der Materialien im Umfeld offener Flammen zu achten.

Ein Beispiel: Im Einzelhandel oder der Gastronomie wird gerne flauschige weiße Watte zur winterlichen Dekoration verwendet. Handelt es sich dabei aber nicht um spezielles, schwer entflammbares Material, kann die Deko schnell zum gefährlichen Brandherd werden. Sprenger: „Herkömmliche Watte fängt sofort Feuer und die Flammen breiten sich explosionsartig aus. Dazu reicht schon  ein Funke oder ständiger Berührungskontakt mit heißen Oberflächen wie Glühbirnen oder Halogenleuchten.“

Untauglich ist auch der berühmte Eimer mit Wasser, der allzeit bereit neben dem Weihnachtsbaum steht. Das Wasser wird den Baumbrand nicht löschen können. „Da ist auf jeden Fall ein geeigneter Feuerlöscher das Mittel der Wahl“, sagt Gerhard Sprenger.

Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen aber steht einer Adventszeit mit echten Kerzen nichts entgegen. Fröhliche Weihnachten!

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Eine Antwort auf Wenn die Kerzen brennen

  1. Ja Brandschutz ist wirklich sehr wichtig. Eine Nachbarin von uns ist am ersten Advent eingeschlafen, als ihr Adventskranz brannte. Zum Glück ist sie rechtzeitig aufgewacht und hatte nur eine leichte Rauchvergiftung. Aber so ein Feuer kann ja auch schnell auf die Nachbarhäuser übergreifen. So können unter Umständen Menschen zu Schaden kommen, die nie was falsch gemacht haben …

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