Mariana Mellos Präsentation dauerte nur gut fünf Minuten, aber die hatten es in sich. Mello ist Head of Paralympic Integration im Organisationskomitee der Olympischen und Paralympischen Spiele von Rio 2016. In der brasilianischen Botschaft in Berlin gab sie einen Vorgeschmack auf die Spiele im kommenden Jahr. Viele Bauten seien schon fertig, versicherte Mello und zeigte einen beeindruckenden Plan vom Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes der Stadt. Rio plant die nächste Superlative in der paralympischen Geschichte: 4350 Sportlerinnen und Sportler aus 179 Ländern werden sich 2016 in 22 Disziplinen messen. 3,3 Millionen Tickets will man verkaufen.

Das Redaktionsteam der Paralympics Zeitung Rio 2016 ( v.l.n.r): Annette Kögel (Redakteurin Der Tagesspiegel), Jonathan Fridman, Hannah Hofer, Milan Marcus, Julian Hilgers, Keri Trigg, David Hock, Lisa Kuner, Isabella Wimmer, Lucy Michaeloudis, Miriam Karout, Tillmann Bauer. (Bild: Rückeis)

Das Redaktionsteam der Paralympics Zeitung Rio 2016 ( v.l.n.r): Annette Kögel (Redakteurin Der Tagesspiegel), Jonathan Fridman, Hannah Hofer, Milan Marcus, Julian Hilgers, Keri Trigg, David Hock, Lisa Kuner, Isabella Wimmer, Lucy Michaeloudis, Miriam Karout, Tillmann Bauer. (Foto: Thilo Rückeis/Tagesspiegel)

Anlass für diesen Vorgeschmack auf die Paralympics in Brasilien war ein Empfang der Botschaft zu Ehren der Paralympics Zeitung Rio 2016. In Berlin stellten sich zwölf junge Nachwuchsjournalistinnen und -Journalisten vor, die die Spiele für die Paralympics Zeitung (PZ) begleiten werden. Just vor dem Empfang hatte die zukünftige Redaktion einen ersten Workshop beim Berliner Tagesspiegel absolviert. Die Zeitung gibt die PZ seit 2004 zusammen mit der DGUV heraus. Es sei anstrengend gewesen, aber auch spannend. Er sei „total enthusiastisch“ und voller Vorfreude, sagte der 18jährige Schüler David stellvertretend für die gesamte Gruppe. Da kann auch das hohe Arbeitspensum, das die Jugendlichen erfahrungsgemäß während der Spiele erwarten wird, nicht schrecken.

Annette Kögel, Redakteurin des Tagesspiegel, begleitet das Projekt von Anfang an und das mit Freude. Immer wieder ist sie begeistert über den frischen Blick und das Engagement der jungen Redaktionen. Auch Ex-PZ-Redakteurin Anne Balzer denkt gerne an ihre Zeit bei den Paralympics in Vancouver zurück. Das Besondere waren für sie die „vielen Begegnungen und Erlebnisse am Rand der Spiele“ und die tolle Erfahrung, „so etwas zugetraut zu bekommen“.

Für Brasilien sind die Paralympics aber nicht nur ein Sportereignis. Man möchte sie auch als Motivation nutzen, um im eigenen Land etwas zu verändern. 45 Millionen Menschen mit Behinderung leben in Brasilien, 2,5 Millionen sind jünger als 14 Jahre alt und viele von ihnen haben keine Schulbildung. „Die Spiele können uns helfen, Inklusion noch stärker auf die politische Agenda zu setzen“, sagte die brasilianische Botschafterin Maria Luiza Ribeiro Viotti. Diesen Effekt, so Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV, habe es auch in anderen Ausrichterländern gegeben. „Die Paralympics haben im vergangenen Jahrzehnt die Gesellschaft verändert und die Paralympics Zeitung hat dazu ihren Beitrag geleistet“, sagte er. Dem stimmte auch Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes zu: „Wir sind jetzt nicht mehr am Rand, sondern sind auf dem Weg mitten in die Gesellschaft.“

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