Ho Siong Hin ist Beamter im Ministry of Manpower in Singapur. Als ich ihn kennen lerne und für den Weltkongress YouTube Kanal ein Interview mit ihm verabrede, bin ich überrascht, welche Überzeugungskraft er ausstrahlt.

Ho Siong Hin - Singapur, Standbild aus Filminterview inkl. BeschriftungVideointerview mit Ho Siong Hin

Für Ho Siong Hin ist  Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit ein persönliches Anliegen. Er ist jemand, der Menschen mitnimmt auf die Reise zu Vision Zero. Ein Bild, das man in Singapur gern benutzt, ein Weg, eine Reise zu der Vision einer Gesellschaft ohne tödliche und schwere Unfälle bei der Arbeit oder im Straßenverkehr. Ho Siong Hin ist glaubwürdig. Und glaubwürdig erscheint mir auch die Strategie, mit der Singapur die Vision Zero erreichen will. Auf dem Weg gibt es deutliche Meilensteine, klar formulierte Ziele, die sich in eindeutigen Zahlen niederschlagen. Bis 2018 soll die Rate der tödlichen Arbeitsunfälle pro 100.000 Arbeiter auf 1,8 gesenkt werden. Im Jahr 2004 lag diese Rate noch bei 4,9.

Singapur hat offenbar erkannt, dass hoch qualifizierte Arbeitskräfte von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung für das Land sind. Es ist auf Immigration von gut ausgebildeten Arbeitskräften angewiesen. Um attraktiv für diese Arbeitskräfte zu werden, braucht es mehr als hohe Löhne und Gehälter. Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit spielen eine wesentliche Rolle.

Bereits seit 32 Jahren engagiert sich Ho Siong Hin für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Er ist der Aufgabe nicht überdrüssig geworden, sondern immer noch zu tiefst davon überzeugt: Jeder Unfall ist vermeidbar. Dabei scheinen die Probleme ähnlich zu sein wie in Deutschland. Die Kleinbetriebe sehen in der Prävention eher Kosten, während die großen Unternehmen wissen, dass ihr Geschäftserfolg von effektivem Arbeitsschutz abhängt. Der Weg zu Vision Zero ist auch in Singapur noch weit. Der Fortschritt indes ist klar sichtbar.

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