Wir sind umgeben von blauem Himmel und strahlender Sonne. Dann Landeanflug und das Flugzeug durchbricht die graue Wolkendecke. Gerade sahen wir noch die Christusstatue aus den wabernden Wolken herausragen und plötzlich sind wir nur noch von Regentropfen und tristem Nebel umgeben – Herzlich Willkommen in Rio de Janeiro, liebes Paralympics Zeitung-Team!

Im unserem Hostel – direkt am Recreio-Strand gelegen, wo sich Surfer in die hohen Wellen stürzen – warten unsere brasilianischen Kollegen auf uns, auch sie sind im Alter zwischen 18 und 22 Jahren. Sie werden uns im September bei der Berichterstattung unterstützen. Dabei erstellen sie ihre eigene Ausgabe der Paralympics Zeitung, das Jornal Paralímpico auf Portugiesisch. Als Beilage von O Globo, der auflagenstärksten Tageszeitung in Rio de Janeiro, wird sie dazu beitragen, die paralympische Botschaft an ein Millionenpublikum zu verbreiten.

Kaum angekommen werden wir mit brasilianischem Barbecue versorgt. Fleisch, viel Fleisch, das uns mit seinem köstlichen Duft für den Rest unserer drei Tage in Rio begleiten wird. Für kulturelle Erfahrungen in der Stadt bleibt wenig Zeit – sogar der Ausflug zum Zuckerhut fällt aufgrund von strömendem Regen ins Wasser. Stattdessen erweitert sich unser journalistisches Know-how durch professionelles Coaching von deutschen wie Frank Bachner vom Tagesspiegel und brasilianischen Sportjournalisten von O Globo. Wir lernen, wie man Gesprächspartner findet, ein Interview führt, in neue Themengebiete eintaucht.

Das Redaktionsteam der Paralampics Zeitung 2016 durfte neben harter Arbeit sich auch zusammen entspannen zu zusammenwachsen. (Bild: Thilo Rückeis/Tagesspiegel)

Das Redaktionsteam der Paralampics Zeitung 2016 durfte neben harter Arbeit sich auch zusammen entspannen zu zusammenwachsen. (Bild: Thilo Rückeis/Tagesspiegel)

Dieses neu erlernte Wissen können wir beim Leichtathletik-Testevent im Olympia-Stadion „Estádio Olímpico JoãoHavelange“ anwenden. In der Mixed Zone führen wir Interviews mit paralympischen Athleten aus aller Welt, darunter auch vielversprechende Talente wie Omara Durand und Verônica Hipólito. Immer dabei ist das Social Media Team mit Samuel Asiedu Poku von der DGUV und Anne Balzer, die in Vancouver 2010 selbst als Reporterin der Paralympics Zeitung (PZ) dabei war. Über Facebook, Instagram, Snapchat und Twitter halten sie die Fans der PZ auf dem Laufenden. Mit Kameras dokumentieren sie Highlights wie den Samba-Abend und das Fußballspiel am Strand.

Aber Rio de Janeiro, das ist nicht nur Strand, Sonnenschein und Caipirinhas. Claus Ruegener, ein deutsch-brasilianischer Fernsehproduzent, kennt auch die andere Seite der Großstadt: Kriminalität, Korruption und Armut. Er gibt uns Hinweise, die uns sowohl in der Kommunikation mit Brasilianern helfen werden als auch beim Schutz unseres eigenen Körpers und Eigentums. Sein wichtigster Tipp: die Ruhe bewahren. Mit übertriebener Ängstlichkeit ist man auf den hektischen Straßen Rio de Janeiros nur auffällig.

Wie wichtig das Projekt für die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ist, zeigt auch der Besuch von Gregor Doepke, Stabsbereichsleiter Kommunikation der DGUV. Sie unterstützt die Paralympics Zeitung, wo immer es geht, sowohl praktisch als auch inhaltlich. Als einer der Wegbereiter des journalistischen Projektes erzählt Gregor Doepke uns, wieso ihm das Thema paralympischer Sport so am Herzen liegt: Sport ist ein großer Teil jedes Rehabilitationsprozesses. Er hilft Patienten, nach einem Unfall wieder zurück zu finden – in den eigenen Körper und in die Gesellschaft. Vor allem die berufliche Wiedereingliederung ist eine Priorität der DGUV: mit ihrem Personal- und Arbeitsvermittlungsdienst DGUV job hilft sie bei der Umstellung auf einen neuen Arbeitsplatz. Durch die Unterstützung der DGUV wird auch dieser Workshop im gastgebenden Land Brasilien möglich. „Der erste Workshop ist wichtig für die Nachwuchsreporter, um sich gegenseitig kennenzulernen und ein Team zu werden. Die harte Arbeit und der wenige Schlaf schweißen die Redaktion zusammen und stärken das gemeinsame Erlebnis.“ sagt Gregor Doepke. Tatsächlich: Schon die Artikel nach dem Testevent werden gemeinsam bis tief in die Nacht geschrieben. Tapfer verteidigen wir uns gegen Mücken und ergänzen unsere Recherchen gegenseitig. Dass sich das Team dabei näher kommt, merkt man spätestens als die Brasilianer uns mit „Schnuckiputzi“ liebkosen und dafür auf deutscher Seite für schallendes Gelächter sorgen. Doch auch unsere Portugiesisch-Kenntnisse kommen nicht zu kurz. Und wenn uns ein Brasilianer nach unseren Erlebnissen fragt, antworten wir einfach mit: „Isso é fantástico“ – Das ist fantastisch.

Dieser Gastbeitrag wurde geschrieben von Hannah Hofer und Jonathan Fridman, Nachwuchsjournalisten der Paralympics Zeitung 2016.

Anmerkung der Redaktion: Besuchen Sie auch den Social Media Newsroom der Paralympics Zeitung: www.dguv.de/pz 

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