Seine Krankheit steht Uwe K. buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Helle und zum Teil rötliche Flecken überziehen sein Gesicht, an manchen Stellen sind Transplantationsnarben zu sehen. Sein rechtes Ohr musste amputiert werden. Uwe K. leidet an einer schweren Form des „weißen Hautkrebses“. Er war Kapitän, hat vor allem in südlichen Gefilden des Globus das Kommando übernommen. Eigentlich ein schöner Beruf: Man sieht die Welt und arbeitet viel unter freiem Himmel. Aber die Sonne ist nicht nur wohltuend, sie kann auch gefährlich werden. Inzwischen sind Mediziner davon überzeugt, dass Sonnenstrahlen eine der Hauptursachen für weißen Hautkrebs sind. „In der Jugend habe ich nicht darauf geachtet, mich vor der Sonne zu schützen“, sagt Uwe K. Schon 1975, da war er 37 Jahre alt, bemerkte er erste Hautveränderungen. Es wurden immer mehr. Leider mangelte es der Medizin damals noch an der nötigen Wachsamkeit. Heute ist klar: Früh erkannt, sind die Formen des weißen Hautkrebses – aktinische Keratosen und das Plattenepithelkarzinom – gut behandel- und heilbar.

Zwei Vermessungstechniker bei der Arbeit. Sie gehören zu den Berufsgruppen, die häufig unter freiem Himmel arbeiten. Beschäftigte in diesen Branchen müssen besonders darauf achten, sich vor der Sonne zu schützen, denn intensive Sonnenstrahlung erhöht das Risiko an Hautkrebs zu erkranken.

Vermessungstechniker gehören zu den Berufsgruppen, die häufig unter freiem Himmel arbeiten. Beschäftigte in diesen Branchen müssen besonders darauf achten, sich vor der Sonne zu schützen, denn intensive Sonnenstrahlung erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. (© Kara – Fotolia.com)

Zum 01. Januar 2015 wurden genau diese Hautkrebsarten in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen. Für Betroffene heißt das, sie haben jetzt Anspruch auf Heilbehandlung und Rehabilitation durch die gesetzliche Unfallversicherung und gegebenenfalls auf Entschädigungsleistungen wie Renten. Potenziell betroffen von dieser neuen Regelung sind Menschen, die viel im Freien arbeiten, wie zum Beispiel Bauarbeiter, Handwerker oder Seeleute wie Uwe K. Durch ihre Tätigkeit haben sie ein höheres Risiko an Hautkrebs zu erkranken als die übrige Bevölkerung. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen stellt die neue Berufskrankheit allerdings vor eine besondere Herausforderung. Dazu Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV: „Die Betroffenen sind dem Sonnenlicht ja nicht nur bei der Arbeit, sondern auch in ihrer Freizeit ausgesetzt. Es wird also nicht einfach sein, berufliche Krankheitsursachen von anderen zu unterscheiden.“ Umso wichtiger ist es, Menschen, die viel im Freien arbeiten, für die Gefahren der Sonne zu sensibilisieren. Nur ein wirksamer Schutz bietet die Gewähr dafür, dass Sonnenstrahlen etwas Angenehmes bleiben und nicht ihr zerstörerisches Potenzial entfalten.

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Eine Antwort auf Neue Berufskrankheit: Sonnenstrahlen können Hautkrebs verursachen

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