Im Jahr 2014 gab es in Deutschland mehr als 540 Millionen krankheitsbedingte Fehltage von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Für die Unternehmen bedeutet das hohe Kosten. Einige Betriebe versuchen einem hohen Krankenstand entgegen zu wirken, indem Sie Anwesenheitsprämien aussetzen. Ist das ein probates Mittel?

Dr. Walter Eichendorf, stv. Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), meint dazu:

 

Dr. Walter Eichendorf, stellvertretender Hauptgeschaeftsfuehrer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)

Dr. Walter Eichendorf, stv. Hauptgeschäftsführer der DGUV (Bild: DGUV)

Finanzielle Anreize können ein Impuls für betriebliche Prävention sein. Pauschal mit Prämien die Beschäftigten zu belohnen, die selten oder gar nicht krankheitsbedingt gefehlt haben, halten wir jedoch für einen Fehler. Aus zwei Gründen: Zum einen ist es bei Infektionserkrankungen schlicht wünschenswert, dass Kranke nicht zur Arbeit gehen, wo sie ihre Kolleginnen und Kollegen anstecken. Hiervon sollten sie nicht durch finanzielle Erwägungen abgehalten werden. Zum anderen sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht häufig nicht die Fehltage – der Absentismus – das Problem, sondern die Anwesenheit trotz Krankheit – also der Präsentismus. Wissenschaftliche Studien zeigen immer wieder, dass Produktivitätsverluste durch Präsentismus Verluste durch Absentismus erheblich übersteigen. Wir empfehlen Betrieben daher, in Maßnahmen zu investieren, die generell die Gesundheit der Beschäftigten fördern. Verschiedene Studien – zum Beispiel der iga.Report 28 – belegen die Wirksamkeit und den Nutzen entsprechender Investitionen.

 

Weiterführende Informationen:

iga.Fakten 6 Präsentismus: Verlust von Gesundheit und Produktivität: https://www.iga-info.de/veroeffentlichungen/igafakten/igafakten-6/

iga.Report 28 Wirksamkeit und Nutzen betrieblicher Prävention: https://www.iga-info.de/veroeffentlichungen/igareporte/igareport-28/

 

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Eine Antwort auf In Prävention investieren – nicht in Präsentismus

  1. Mönch58 sagt:

    Ein sehr guter Beitrag, der mal zeigt was wichtig ist. Arbeitsschutz ist wichtig und wenn es nur die regelmässige Schulung zum Gabelstapler ist, oder wie man sich generell verhalten sollte. Das ist besser als Präsentismus.

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