Seit Jahrzehnten sinkende Unfallzahlen, dazu in den Fabriken immer weniger gefährliche Arbeitsplätze, und dann eine Messe für Schutzausrüstung, die ständig wachsende Rekorde schreibt – wie geht denn das zusammen? Ein Besuch bei der A+A in Düsseldorf, der weltweit führenden Fachmesse für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, gibt darauf eine Antwort.

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Foto: DGUV/Bräuniger

Am Rheinufer säumen gut sichtbar die grünen “A+A”-Plakate den Weg zum Messegelände, vor dem Eingang zum Congress Center wehen die Fahnen der ausstellenden Nationen im Wind. Mehr als 65 000 Fachbesucher aus aller Welt werden die A+A 2015 in Düsseldorf bis zum Ende der viertägigen Ausstellungszeit (27.-30. Oktober 2015) besucht haben, ein Rekord. Was in der Wirtschaftswunderzeit im Jahr 1954 als Messe im zweijährigen Turnus vornehmlich für persönliche Schutzausrüstungen (PSA) im Arbeitsschutz begann, hat sich zu seinem 30. Jubiläum zur internationalen Austauschplattform für alle Fragen rund um Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit etabliert. Und als fester Bestandteil gekoppelt an die Produktmesse (mit 1887 Ausstellern aus 57 Nationen, einer Ausstellungsfläche von 68 000 Quadratmetern in 11 Messehallen stellt die A+A 2015 einen erneuten Rekord auf) ist inzwischen der “Internationale Kongress für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin“ (übrigens bereits der 34.) – mit einer völlig neu konzipierten Eröffnungsveranstaltung im Jahr 2015.

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Foto: Messe Düsseldorf

Was bedeutet die fortschreitende Digitalisierung für unsere Arbeitswelt? Wohin steuert die demografische Entwicklung? Und wie gehen wir mit psychischen Belastungen in der Arbeitswelt von morgen um? Das sind nur einige der Fragen, die am Eröffnungstag in einer hochrangig besetzten Podiumsrunde von Vertretern aus Ministerien, Instituten, Verbänden – darunter Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen – diskutiert wurden. Die folgenden vier Kongresstage brachten ein durchaus positiv stimmendes Ergebnis: Viele Unternehmen stellen sich bereits aktiv diesen Herausforderungen in der Arbeitswelt, indem sie verstärkt in den Erhalt der Arbeitskraft ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie menschengerechte Arbeits- und Betriebsabläufe investieren. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles fasste in einem Interview während ihres Messe-Rundgangs kurz und treffend ihre Eindrücke für Deutschland zusammen: “Arbeitsschutz ist hier wirklich top!”

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Foto: Messe Düsseldorf

In ihrem Grußwort hatte Nahles auch auf den Arbeitsschutz weltweit geblickt und die Bedeutung des beim G7-Gipfel im Sommer 2015 auf den Weg gebrachten Vision-Zero-Fonds betont: “Mit Partnern aus Wirtschaft und Politik haben wir eine Vision formuliert, die sicheres Arbeiten auch in Niedriglohnländern möglich machen soll.” Prävention hat Vorrang vor Entschädigung, so der Grundsatz, den die Bundesarbeitsministerin mit der gesetzlichen Unfallversicherung teilt. Und wie Prävention vorbildlich aussehen kann, das zeigten die Beispiele von vier Unternehmen, die anlässlich der A+A den Deutschen Arbeitsschutzpreis 2015 entgegennehmen durften: So überzeugte die Süwag Energie AG aus Frankfurt am Main die Jury mit ihrem Sicherheitskonzept der “Safety Teams”, gemischten Teams von Mitarbeiterin des Energieunternehmens sowie seiner Partnerfirmen. Jedes “Safety Team“ besteht aus je einer Sicherheitsfachkraft und einem Teamleiter der beiden Betriebe. Ein Beispiel also für mehr Sicherheit nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern auch in zahlreichen Partnerunternehmen.

Welche neuen Produkte und innovativen Lösungen unsere Arbeitswelt sicherer machen können, zeigt sich auf beeindruckende Weise beim anschließenden Gang durch die elf Messehallen: Schutzkleidung, Atemmasken, Handschuhe präsentieren sich hier dem Publikum genauso wie spektakuläre Live-Demonstrationen von Bandschutz und Rettungseinsätzen in schwindelnder Höhe. Fachleute kommen ins Gespräch und tauschen sich aus. An den Messeständen herrscht reges Treiben, Geschäftsleute aus aller Welt knüpfen Kontakt, der Anteil der internationalen Besucher ist bei dieser A+A auf 30 Prozent gestiegen. “Die A+A hat ihre Position als international führende Messe- und Kongressveranstaltung für sichere und gesunde Arbeit mit neuen Topwerten auf der Aussteller- und Besucherseite einmal mehr bestätigt“, freut sich Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf.

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Foto: Messe Düsseldorf

Die deutsche Arbeitsministerin Andrea Nahles bekommt derweil auf ihrem Messerundgang die Visitenkarte von Repräsentanten aus dem diesjährigen Partnerland Südkorea überreicht, informiert sich interessiert an den Ständen von Herstellern über deren Produkte, schüttelt viele Hände und erreicht schließlich die Halle 10, den “Treffpunkt Sicherheit und Gesundheit“ – und damit den Gemeinschaftsstand der gesetzlichen Unfallversicherung. Hier präsentieren sich Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und ihr gemeinsamer Spitzenverband DGUV mitsamt seinen Forschungsinstituten auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern als optisch deutlich größte gemeinsame Einheit, die sich zugleich durch Vielfalt im Arbeitsschutz auszeichnet. Zeit für ein gemeinsames Foto mit den DGUV-Vorstandsvorsitzenden Dr. Rainhardt Freiherr von Leoprechting und Manfred Wirsch sowie DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer und dem stv. DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Eichendorf, und mit Messe-Düsseldorf-Geschäftsführer Joachim Schäfer – dann muss die Arbeitsministerin wieder weiter zum nächsten Termin.

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Foto: DGUV/Bräuniger

Wir schauen uns derweil bei den Kolleginnen und Kollegen aus der gesetzlichen Unfallversicherung um, die hier vier lange Tage unermüdlich im Einsatz sind. “Eine fantastische A+A 2015!“, sagen viele, “eine geballte Ladung aktueller Themen rund um alles, was mit Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit zu tun hat“, und “es macht Spaß, mit den Besucherinnen und Besuchern der A+A ins Gespräch zu kommen – auch wenn nach vier Tagen Standdienst die Füße ganz schön platt sind. Nirgends sonst bekommt man so geballte Rückmeldung, dass die eigenen Arbeit für andere hilfreich ist.“

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Foto: Messe Düsseldorf

Neben dem Einsatz am Stand engagieren sich viele der DGUV-Mitarbeiterinnen und –mitarbeiter auch als Vortragende für den Kongress. Ihre Themen spiegeln die ganze Bandbreite der Arbeit der gesetzlichen Unfallversicherung wieder – vom klassischen Thema der “Gefährdungsbeurteilung“ über die Präsentation der nächsten großen Präventionskampagne bis hin zum internationalen Ausblick auf “Arbeitsschutz und nachhaltige Bildung“.

Für die A+A, das nehme ich als Eindruck von der Messe mit, hat sich die Kombination aus weltweit führender Produktmesse und internationalem Kongress bewährt. Schutzausrüstungen und Schutzkleidung werden qualitativ immer hochwertiger, das Interesse an diesem Produktmarkt ist ungebrochen. Genauso gefragt sind innovative Lösungen, um den Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0 zu begegnen. Mit Fachmesse und Kongress setzt die A+A Impulse für die Arbeitswelt von morgen.

Übrigens:

Ausrichter für den der A+A angeschlossenen “Kongress für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin” ist die Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Basi).

Auf den Internetseiten der Messe Düsseldorf zur A+A 2015 finden Sie eine Fülle an Bild- und Filmeindrücken. Mein Tipp: Das Jubiläumsvideo zur 30. A+A - mit historischem Rückblick bis zu den Anfängen im Jahr 1954!

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