Kikuyu, zwanzig Kilometer nordwestlich von Nairobi, Kenia, im August 2014: Margaret ist bewegt und gerührt. “Thank you, danke, thank you”, wiederholt sie am Telefon immer wieder. Wir sollen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland ein großes Dankeschön weitersagen, die gemeinsam das Geld gesammelt haben, um ihren Herzenswunsch zu erfüllen: “Ein Klavier für Margaret”.

Margaret_Klavier_blog

Freude und Begeisterung: Es ist soweit! In einem Musikgeschäft in Nairobi wählt Margaret gemeinsam mit ihrem Musiklehrer Denis Ngure das passende Keyboard aus. Mit dabei sind GOLD-Filmprotagonist Henry Wanyoike (Mitte) und dessen Marathon-Begleitläufer Joseph (links). Foto: privat

Jetzt ist Margarets Traum wahr geworden. Die Sommerferien hat die blinde junge Frau in Kikuyu verbracht, und dort, auf dem Gelände der Henry-Wanyoike-Stiftung, steht nun das ersehnte “Piano”. Es ist ein Keyboard der Marke Yamaha, das Margaret sich gemeinsam mit ihrem Musiklehrer Denis und in Begleitung von Henry Wanyoike persönlich ausgesucht hat – in einem Musikfachgeschäft in Nairobi. Denn Margarets Herz schlägt für Pop- und Gospelmusik, dazu Rhythmus und Sounds. “Dieses Keyboard-Modell hat große Knöpfe, die übersichtlich angeordnet und gut zu finden sind, auch wenn man nicht sehen kann“, erklärt Musiklehrer Denis Ngure die Auswahl. Zum ersten Mal unterrichtet er jetzt eine blinde Schülerin – eine Herausforderung, die er mit Elan und Freude angeht.

Margaret ist begeistert. Vorsichtig ertastet sie das Instrument, hört aufmerksam hin und genießt den Klang. Alles ist noch neu und aufregend. Und dann geht es auch schon richtig los. Zwei bis drei Stunden täglich hat Margaret in den Sommerferien Unterricht bekommen. Auf dem Lehrplan standen zunächst einmal Einführungen in die Musik- und Harmonielehre und in die Grundlagen des Keyboards. Musiklehrer Denis hat einen Plan ausgearbeitet, der genau zu Margarets Wunsch passt: Pop und Gospels zu singen und zu spielen, Musik zu machen und vielleicht sogar eines Tages aufzunehmen.

Margaret_GOLDFilm_h_blog

Filmszene aus dem Film “GOLD – Du kannst mehr als Du denkst”. Foto: Parapictures Film Production/Olaf Ballnus

“Ich bin sehr glücklich! Erzählt‘ das den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern”, bittet Margaret noch einmal am Telefon. “Ich freue mich sehr über das Keyboard, und ich liebe es zu singen. Musik ist das, was mich interessiert und was ich weiter machen möchte.” Die Sommerferien sind vorbei, jetzt geht es für die 17-jährige in den Endspurt ihrer Schulausbildung, die sie voraussichtlich zum Jahresende abschließen wird. Wie es dann weitergeht? Wir dürfen gespannt sein! Die Unterstützung aus Deutschland von den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der gesetzlichen Unfallversicherung ist ihr jedenfalls jetzt schon sicher.

“Ein Klavier für Margaret” ist ein Spendenprojekt, das aus dem gemeinsamen Engagement von Kolleginnen und Kollegen nach einer Filmvorführung von “GOLD – Du kannst mehr als Du denkst“ entstanden ist. Der Dokumentarfilm über die beeindruckenden Lebensgeschichten von drei paralympischen Spitzensportlern, der im Februar 2013 in die deutschen Kinos kam, wurde von der DGUV initiiert, weil er eine Botschaft transportiert, für die sich die DGUV mit ganzem Herzen einsetzt. Er unterstreicht, welche Rolle der Sport für eine erfolgreiche Rehabilitation nach einem Unfall spielen kann und sensibilisiert darüber hinaus ein großes Publikum für den Gedanken der Inklusion im Sinne des Aktionsplans der gesetzlichen Unfallversicherung zur UN-BRK.

Verschlagwortet mit: , , , , ,

2 Antworten auf Ein Klavier für Margaret (Teil II)

  1. Pingback: Zwei Berliner Schulklassen erleben die GOLD-Protagonisten | Aus erster Hand – der DGUV Blog

  2. Pingback: Der unaufhaltbare Kurt Fearnley | Aus erster Hand – der DGUV Blog

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *