Dieses Wochenende, am 21. März, ist der weltweite Down-Syndrom-Tag. Da stehen Menschen mit Trisomie 21, wie das Down-Syndrom auch heißt, im Rampenlicht. Sie zeigen, dass sie  außergewöhnliche Fähigkeiten besitzen. Und sie sind zu Recht stolz darauf, Teil einer weltweiten Gemeinschaft zu sein. Die Vereinten Nationen haben diesen besonderen Tag im November 2011 offiziell anerkannt.

In den vergangenen Jahren durfte ich immer wieder Menschen mit Down-Syndrom begegnen und einige von ihnen auch näher kennenlernen. Dabei hat sich meine Meinung ausnahmslos bestätigt: Das eine Chromosom mehr, das Menschen mit Down-Syndrom in jeder Körperzelle haben, rechtfertigt keineswegs, dass sie von der Gesellschaft benachteiligt werden.

Sie sind Künstler, Barista, Werkstattmitarbeiterin

Der Autor des Blog-Beitrags, Sebastian Grimm, zusammen mit den Preisträgern des Kunstpreis für Künstlerinnen und Künstler mit Behinderungen der BGW

Im Kreise der ausgezeichneten Künstler des Kunstpreises für Künstlerinnen und Künstler mit Behinderungen: Sebastian Grimm (2.v.r.)

Bei Preisverleihungen habe ich mir von Künstlerinnen und Künstlern ihre Gemälde erklären lassen, in Werkstätten habe ich Frauen und Männer erlebt, die in der Metallbearbeitung oder bei Verpackungstätigkeiten täglich über sich hinauswachsen. In einem Café habe ich eine Barista getroffen, die wegen ihrer unvergleichlichen Art von allen Gästen sofort ins Herz geschlossen wurde.

Die Realität sieht aber leider so aus, dass noch viel unternommen werden muss, damit Menschen mit Down-Syndrom völlig selbstverständlich überall dabei sind, dabei sein können, sich wohl und angenommen fühlen. Das Ziel, dass sie selbstbestimmt, frei und gleichberechtigt leben, dass die Pflicht zur Inklusion voll erfüllt ist, ist noch nicht erreicht.

Menschen mit Down-Syndrom unterwegs

Doch es bewegt sich was: Zuletzt durfte ich mithelfen, die Lebenswirklichkeit auch von Menschen mit Trisomie 21 zu verändern, ihnen mehr Freiräume zu verschaffen. Dabei ging es um die Frage, wie Menschen mit Down-Syndrom sicher von A nach B kommen. Mobilität ist das Stichwort; sie wird in der UN-Behindertenrechtskonvention gefordert und ist eine zentrale Voraussetzung einer vollwertigen Teilhabe (Art. 20 UN-BRK, §1 SGB IX).

Erst vor ein paar Tagen haben wir auf unserer Website bgw-online.de eine Rubrik freigeschaltet, mit der wir die Mobilitätskompetenz von Menschen mit Behinderungen verbessern wollen. Dazu braucht es spezielle Lern- und Trainingsangebote. Genau diese machen wir jetzt noch bekannter.

Es bleibt noch viel zu tun

Das Internet ist übrigens ein starkes Werkzeug, damit das Thema gesellschaftlich relevanter wird und mehr vorangeht. Ein weiteres Beispiel ist die Website zur Initiative “Kompetent mobil”. Hier finden Begleiter, die Menschen mit Down-Syndrom in Sachen Mobilität schulen, umfangreiche Unterstützung – immer mit dem Ziel, mehr Mobilität in den Alltag von Menschen mit Beeinträchtigungen zu bringen.

Persönlich freue ich mich über jede Initiative, die es Menschen mit Behinderung – und solchen mit Trisomie 21 – erleichtert, ein ganz normales Leben zu führen. Es bleibt viel zu tun. Das wird gerade in diesen Tagen wieder deutlich, so kurz vor dem internationalen Welt-Down-Syndrom-Tag am kommenden Sonnabend.

Wer Interesse an den erwähnten Seiten hat:

Sebastian GrimmDies ist ein Gastbeitrag von Sebastian Grimm, Bereichsleiter Marketing bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

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2 Antworten auf Ein Chromosom mehr? Auch gut!

  1. Hermann Bach sagt:

    Beeindruckende Geschichte: Michael Freudlsperger erzielt das Tor des Monats, http://www.sportschau.de/tdm/videoeinstrahlendertorschuetzedesmonats100.html

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