Bei der Autopsie des Profi-Footballers Mike Webster entdeckt der Arzt Dr. Benett Omalu eine “erschütternde Wahrheit”. Der Spieler litt unter einer fortschreitenden Degeneration des Gehirns. Omalu hat einen schrecklichen Verdacht: Was, wenn die Erkrankung durch die vielen Kopfverletzungen, im Football gang und gäbe, ausgelöst wurde, die Webster im Laufe seiner Karriere erlitt?

Der Film “Erschütternde Wahrheit” basiert auf einer wahren Geschichte: Erste bahnbrechende Entdeckungen, dass wiederholte Gehirnerschütterungen dramatische Folgen haben können, machte der amerikanische Neurowissenschaftler Dr. Bennet Omalu. Seine Geschichte erzählt der Hollywood-Film mit Will Smith in der Hauptrolle.

Anlässlich des Kinostarts am 18. Februar stellt die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung ihre Aufklärungskampagne “Schütz Deinen Kopf! Gehirnerschütterungen im Sport” bundesweit in Kinos vor. In einem 30-sekündigen Flimclip erfahren die Kinobesucherinnen und Kinobesucher schon vor Beginn des Films, wie real die Sache mit CTE für Menschen sein kann.

Emily Feifarek in Aktion für ihren Verein. Foto: Privat

Emily in Aktion für ihren Verein. Foto: Privat

In der Bundesrepublik werden pro Jahr mehr als 40.000 Gehirnerschütterungen im Sport diagnostiziert. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen, denn nicht jede Gehirnerschütterung wird als solche erkannt und entsprechend behandelt. Dabei handelt es sich um eine erstzunehmende Verletzung. Erhebliche Spätfolgen können insbesondere nicht diagnostizierte oder wiederholte Verletzungen des Gehirns verursachen.

In unserer täglichen Arbeit bei der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung hören wir glücklicherweise überwiegend von Sportverletzungen, die vergleichsweise glimpflich verlaufen, so wie bei Emily, Fußballerin der U-15-Mannschaft des SC13 Bad Neuenahr. Sie kam mit ihrer Schläfe gegen den Hinterkopf einer Mitspielerin. Ab diesem Moment wusste sie nichts mehr vom Spiel. Erinnern  konnte sie sich erst wieder an den Moment als sie im Sanitätsraum ihren Kopf kühlte. Danach musste sie über Nacht im Krankenhaus bleiben. Erst am nächsten Tag kam es zum Erbrechen, sie war lichtempfindlich, hatte mit Schwindel zu kämpfen. Auch das Kopfweh hielt zwei Wochen an. Sie war einige Tage von der Schule befreit und sollte sich insgesamt ruhig verhalten.

Hier hat der Trainer richtig gehandelt: er hat die Spielerin sofort aus dem Spiel genommen und nach Rücksprache mit den Ärzten vier Wochen vom Training und den Spielen freigestellt, damit das Gehirn nach der Erschütterung ausreichend Zeit um ausheilen erhält.

Wird eine Gehirnerschütterung sofort erkannt und richtig behandelt, sind die Prognosen für eine vollständige Heilung sehr gut. Aufklärung tut also Not!

Seit Anfang 2015 klärt die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung mit ihrer Initiative “Schütz Deinen Kopf! Gehirnerschütterungen im Sport” über Risiken, Prävention, Erkennung und Behandlung von Gehirnerschütterungen im Sport auf. Namhafte Sportverbände, Sportmediziner und Trainer plädieren in Kooperation mit der Stiftung für mehr Aufmerksamkeit in Sachen Sportunfall und für den richtigen Umgang mit allen, die eine Gehirnerschütterung erlitten haben. Die Internetseite www.schuetz-deinen-kopf.de und eine Smartphone-App bieten Hintergrundinformationen zum Thema, die Möglichkeit zur Download oder zur Bestellung von umfangreichem Informationsmaterial und Kontaktadressen von Unfallkliniken sowie Neuropsychologen.

Die in Bonn ansässige ZNS – Hannelore Kohl Stiftung hilft bundesweit schädelhirnverletzten Unfallopfern und ihren Familien. Außerdem engagiert sie sich in der Forschungsförderung und Unfallprävention. Die Arbeit wird ausschließlich aus Spenden finanziert.

Mehr erfahren Sie unter www.hannelore-kohl-stiftung.de

Spendenkonto IBAN DE31 3705 0198 0030 0038 00

Dies ist ein Gastbeitrag von Helga Lüngen, Geschäftsführerin der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung.

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