Freitag, der 13. – ein Datum, das für viele Menschen mit Angst besetzt ist. Sie sagen Termine ab, insbesondere, wenn diese mit Reisen verbunden sind. Sie verbarrikadieren sich hinter verschlossenen Türen in der Hoffnung, das Unglück werde schon wieder von dannen ziehen, wenn sich nach dem Klingeln keiner meldet. Sogar eine eigene Phobie mit Bezug auf dieses unheilvolle Datum gibt es: die so genannte Paraskavedekatriaphobie. Selbst Menschen, die von sich behaupten, nicht abergläubisch zu sein, machen zumindest scherzhafte Bemerkungen oder zeigen auf andere Weise, dass ihnen das Datum vielleicht doch nicht so geheuer ist: Wenn so viele nervös sind, ist ja vielleicht doch etwas dran?

Aus aktuellem Anlass – diese Woche ist Freitag, der 13. Januar – haben wir einen Blick in die Arbeitsunfallstatistik geworfen. Wenn dieses Datum tatsächlich so unheilschwanger ist, müsste sich das doch auch im Unfallgeschehen widerspiegeln. Unsere Kollegen aus der Statistik haben dazu die Zahlen bei Arbeitsunfällen im Betrieb  für die Jahre 2004 bis 2014 der gewerblichen Berufsgenossenschaften ausgewertet. Hier ist das Ergebnis:

Insgesamt gab es in diesem Zeitraum 556 Freitage, die keine Feiertage waren. 19 davon fielen auf den 13. Tag eines Monats. Feiertage wie Karfreitag und Brückentage wurden aus der Betrachtung ausgeschlossen. An diesen Tagen arbeiten sehr viel weniger Menschen als an Freitagen, die normale Werktage sind. Die Feiertage hätten also das statistische Ergebnis verzerrt. Insgesamt ereigneten sich in diesem Zeitraum an allen normalen Freitagen zusammengenommen 1.235.724 meldepflichtige Arbeitsunfälle. An den Freitagen, die auf einen 13. fielen, waren es 43.334 meldepflichtige Arbeitsunfälle. Für die Unfallraten pro Freitag ergibt sich damit folgendes Bild: Während an normalen Freitagen im Durchschnitt 2.301 meldepflichtige Arbeitsunfälle passierten, verunfallten an Freitagen mit der 13 im Schnitt 2.281 Beschäftigte. Hier ist also, auch vor dem Hintergrund des verwendeten Stichprobenverfahrens, kein signifikanter Unterschied festzustellen. 

Statistisch gesehen besteht also kein Grund, sich vor diesem Freitag zu fürchten.

Wer tatsächlich an einem bestimmten Tag besonders aufmerksam sein möchte, sollte sich lieber an einem anderen Wochentag in Acht nehmen: Wie eine Auswertung der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege ergab, passieren die meisten Unfälle am Wochenanfang, am so unschuldig wirkenden Montag.

Kein Grund zur Sorge

Freitag der 13. – kein Grund zur Sorge (Karikatur: DGUV/Michael Hüter)

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4 Antworten auf Bringt Freitag, der 13. Unglück?

  1. Hermann Bach sagt:

    Hallo Herr Boltz,
    das ist ein schöner Artikel! Vielen Dank auch für die Erwähnung der BGW-Auswertung. Eine Aktualisierung der von Ihnen verlinkten Studie bestätigte den Trend: So wurden der BGW aus ihren Mitgliedsbetrieben über 20.000 Arbeits- und Wegeunfälle gemeldet, die sich an einem Montag ereigneten (Jahr: 2015). An den weiteren Wochentagen liegt die Zahl darunter, z.B. bei knapp 15.000 an Freitagen.
    Mehr dazu: https://www.bgw-online.de/DE/Presse/Pressearchiv/2016/PI-3-Wochenstart.html
    Viele Grüße
    Hermann Bach (BGW)

  2. Henning von Stosch sagt:

    Sehr geehrter Herr Boltz, wir sind durch unsere Erziehung so „dressiert“, daß wir bestimmte Fakten nicht mehr erkennen können. Was nicht in unser Weltbild paßt, wird häufig nicht wahrgenommen.
    Das Wissen über diese Zusammenhänge wird natürlich zur Manipulation genutzt.

    Diese Manipulation funktioniert nur, wenn sie „geheim“ bleibt und über diese Art von Manipulation nicht gesprochen wird. Andernfalls wachen die Leute nämlich auf!!
    (Aus eigenem Erleben ist mir genau bekannt: Das Aufwachen tut weh und deshalb wird es i.d.R. unbewußt vermieden.)

    Die Unfähigkeit von Massenmenschen FAKTEN erkennen zu können, führt dazu, daß sehr große Verbrechen von der Bevölkerung häufig überhaupt nicht als Verbrechen erkannt werden.
    Nehmen Sie das Beispiel des Schulmassakers in Erfurt. Es gibt Gerüchte, daß es nicht ein Einzeltäter gewesen sein kann, sondern das es mindestens zwei Täter gewesen sein müssen. Warum ist dieser Unterschied wichtig?
    Einer der Täter war ein Schlumpschütze, der durch die Gegend geballert und NICHT GETROFFEN hat. Der zweite Täter war ein Präzisionsschütze der Hinrichtungsschüsse (in die Köpfe der Opfer) auf beliebige Entfernung ausführen konnte.
    Beide Eigenschaften passen definitiv nicht zusammen!
    Ähnliche Aussagen gibt es für das Massaker in Winnenden!

    Die Erfurter Bevölkerung ist nicht in der Lage das zu hinterfragen, weil die Leute es einfach nicht ertragen, daß in ihrer Stadt ein Mörder frei herumlaufen könnte. Fakten werden ausgeblendet.

    Es gibt für meine These auch historische Beispiele. Die Indianer Amerikas sollen eine längere Zeit nicht in der Lage gewesen sein, das Schiff von Columbus zu sehen. Schiffe kamen in ihrem Weltbild nicht vor.
    Aus Afrika wurde berichtet, da eine ortsansässige Bevölkerung, die noch keinen Kontakt zu Weißen hatte, auf einem Film nur ein Huhn erkennen konnte, sonst nichts, weil eben nur Hühner in ihrem Weltbild vorkamen.
    Über diese Zusammenhänge findet man nur zufällig Unterlagen und dann auch nur, wenn man sehr neugierig ist.

    Wenn man dieses Wissen auf „Freitag den 13.“ anwendet, dann liegen Schlüsse, wie sie von mir gezogen wurden, sehr nahe. Dabei bin ich durchaus das bewußte Risiko eingegangen, nicht verstanden zu werden.

    Wir haben die „kritische Masse (Prophezeiungen von Celestine)“ fast erreicht. Es braucht nur noch wenige Anschubse und die Verhältnisse werden sich ändern! Ich bin dafür!

  3. Henning von Stosch sagt:

    Der Autor muß sich irren! Ich habe an Freitagen den 13. so viel Glück gehabt, daß das Gegenteil des Aberglaubens wahr sein muß!
    Das Interessanteste ist mir vor etlichen Jahren im Steinkohlenbergbau am Niederrhein passiert. An einem Freitag den 13. ist genau neben mir eine Grubenlokomotive aus den Schienen gesprungen und mir ist nichts passiert! DAS hätte auch übel ausgehen können.

    Kann es sein, daß dieser Aberglaube absichtlich geschaffen wurde, damit nicht auffällt wie viel Glück man an einem solchen Tag tatsächlich hat?

    Das Problem besteht weder in einem Freitag noch am 13. Tag eines Monats. Das Problem besteht darin, daß einige Leute (ggf. unbewußt) eine selbsterfüllende Prophezeiung erschaffen, die sich dann in Einzelfällen bestätigt.

    Wenn man sich auskennt, dann sind leicht etliche Lebenslügen zu finden, die den einzigen Zweck haben andere Leute reich und einen selber arm zu machen.
    Damit das erfolgreich über die Bühne geht, müssen die Dummen beschäftigt gehalten werden. Aberglaube ist also ein Beherrschungsinstrument!

    • Stefan Boltz Stefan Boltz sagt:

      Hallo Herr von Stosch,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Welche Beweggründe genau hinter der 13 als Unglückszahl stehen, wissen wir leider auch nicht. Fest steht nur, dass Menschen manche Zahlen als Glücks- andere als Unglücksbringer empfinden und dass sich dies auch von Kulturraum zu Kulturraum unterscheiden kann.
      Viele Grüße
      Stefan Boltz

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