Das Logo der Konferenz "Diversity 2014"Es lohnt sich immer, einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen. Im konkreten Fall hieß das: Wir beteiligten uns mit einem Workshop an der Konferenz „Diversity 2014“. Was verbirgt sich hinter diesem Titel? Der Begriff Diversity – Vielfalt steht für die Diskussion in Unternehmen und Organisationen, wie die Gleichberechtigung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit ganz unterschiedlichen Hintergründen gelebt werden kann. „Diversity 2014“ wurde vom Berliner Tagesspiegel und der „Charta der Vielfalt“ organisiert. Das ist eine 2006 gegründete Unternehmensinitiative, die sich die Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen zur Aufgabe gemacht hat. Fast 2000 Betriebe haben bereits eine entsprechende Selbstverpflichtung unterzeichnet. Das Themenspektrum der Tagung machte dem Titel alle Ehre: Es reichte von der „Sprache der Vielfalt“ über sexuelle Orientierung und Identität bis zu Religion und Ressentiment.

Wie begrüßt man einen Mann ohne Arme? Janis McDavid (re), ein Referent des DGUV-Workshops "Barrieren überwinden" hilft beim richtigen Umgang bei der "Diversity"-Konferenz in Berlin.

Wie begrüßt man einen Mann ohne Arme? Janis McDavid (re), ein Referent des DGUV-Workshops “Barrieren überwinden” hilft beim richtigen Umgang bei der “Diversity”-Konferenz in Berlin. (Fotos: Elsner)

Unser Beitrag zur Tagung war ein Workshop mit dem Titel „Barrieren überwinden: Best Practices aus der Arbeitswelt“. Hintergrund dieses Themenangebots war der Aktionsplan der gesetzlichen Unfallversicherung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). So berichtete ein Kollege über das Projekt „barrierefreie Arbeitsplatzgestaltung“. Die Unfallversicherung bietet schon lange Beratung dazu an, wie Gebäude barrierefrei geplant und gebaut werden können. Im Zuge unseres Aktionsplans erscheint bald auch ein ausführlicher Leitfaden zu dem Thema. Ein zweiter Kollege stellte den Service von „DGUV Job“ vor. Das ist eine Arbeitsvermittlung für Menschen, die nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit mit einer bleibenden Beeinträchtigung leben müssen. Viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber schrecken immer noch davor zurück, Menschen mit Behinderung einzustellen. Daran hat auch die gute Arbeitsmarktentwicklung der letzten Jahre kaum etwas geändert. Die Kolleginnen und Kollegen von DGUV Job helfen letztlich beiden Seiten. Sie unterstützten unsere Versicherten bei der Suche, gleichzeitig nehmen sie den Arbeitgebern Formalitäten ab und geben Informationen. Gerade die fehlen in der Regel.

Janis McDavid (re), der ohne Arme und Beine geboren wurde, und Thomas Schramm (li) von DGUV Job waren Referenten beim DGUV Workshop auf der Diversity-Tagung in Berlin.

Janis McDavid (re), der ohne Arme und Beine geboren wurde, und Thomas Schramm (li) von DGUV Job waren Referenten beim DGUV Workshop auf der Diversity-Tagung in Berlin.

Dass Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt häufig unterschätzt werden, das zeigte das Beispiel des jungen Wirtschaftsstudenten Janis McDavid. Er ist ohne Arme und Beine geboren und sprach in unserem Workshop darüber, wie sein „ganz normales Leben“ aussieht. Unter diesem Motto hat er einen Film zusammen mit der Firma IBM gedreht, wo er im Rahmen seines Studiums ein Praktikum absolviert hat. Der Film zeigt, wie viel McDavid allein bewältigen kann und wie weniger Hilfsmittel es eigentlich bedarf, um ihm eine volle Teilhabe am Arbeitsleben im Sinne der UN-BRK zu ermöglichen. Für die Workshop-Teilnehmerinnen und –Teilnehmer war diese persönliche Begegnung sicher eines der eindrücklichsten Erlebnisse zum Thema Barrierefreiheit. Aber auch darüber hinaus war die Resonanz in allen drei aufeinander folgenden Workshops sehr positiv. Eine Teilnehmerin sagte, sie habe gar nicht gewusst, für welche Themenvielfalt die gesetzliche Unfallversicherung steht. Sie sei total überrascht. – Das geht sicher vielen so. Das heißt für uns: Mehr darüber reden… Weitere Fotos der Veranstaltungen finden Sie auf der Facebook-Seite.

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Eine Antwort auf Barrieren überwinden – Vielfalt leben

  1. Sehr sehr interessanter Beitrag! Auch wenn er schon zwei Jahre her ist leider.

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