Als das Licht wieder angeht und der Filmabspann noch über die Leinwand läuft, wollen die 160 Schüler und Schülerinnen der Wilhelm-Olbers-Oberschule in Bremen gar nicht mehr aufhören zu klatschen. Kirsten Bruhn, die eine Hauptrolle in dem Film “GOLD – Du kannst mehr als Du denkst.” spielt, ist Applaus und Standing Ovations inzwischen gewöhnt. Mittlerweile wurde der Film bei zahlreichen Veranstaltungen im In- und Ausland gezeigt, unter anderem auf der Berlinale und im Ersten Deutschen Fernsehen. Trotzdem merkt man ihr an, dass die Filmvorführung an der Bremer Oberschule etwas Besonderes ist: nämlich ein weiteres Etappenziel auf ihrem Weg als DGUV-Botschafterin für Rehabilitation und Inklusion.

Beim Auftaktveranstaltung für die bundesweite Schulaktion GOLD war auch Paralympics-Athletin und Protagonistin des Films, Kirsten Bruhn, mit dabei.

Beim Auftaktveranstaltung für die bundesweite Schulaktion GOLD war auch Paralympics-Athletin und Protagonistin des Films, Kirsten Bruhn, mit dabei.

Die Filmvorführung in Bremen ist der Startschuss für eine bundesweite Aktion der gesetzlichen Unfallversicherung. Unter dem Motto „Sport als Motor der Inklusion“ verteilen wir – die gesetzliche Unfallversicherung – dieses  Jahr 13.500 DVDs des Films “GOLD” mit Vorführlizenzen an Sekundar- und Förderschulen. Damit wollen wir erreichen, dass der von uns initiierte und mitfinanzierte Kinofilm künftig an allen weiterführenden Schulen in Deutschland gesehen werden kann.  Das ist uns deshalb wichtig, weil der Film zwei unserer wichtigsten Themen, nämlich Rehabilitation und Inklusion, so gut wie kein anderes Medium transportiert. Der Film regt zum Nachdenken an und motiviert. Denn er fokussiert nicht das, was die drei Sportler aufgrund ihrer Behinderungen (nicht mehr) können, sondern vor allem die Dinge, die sie mit ihrer Behinderung erreichen.

Das fasziniert auch die Schüler und Schülerinnen in Bremen: Alle hören gebannt zu, als Andreas Schneider, der Produzent des Films seine eigene Geschichte erzählt. Er war gerade 18 Jahre alt, also kaum älter, als das heutige Publikum, als er mit dem Kopf voran in einen Badesee sprang. Seitdem ist er aufgrund einer Querschnittlähmung im Rollstuhl unterwegs. Und auch Marco Bode, Aufsichtsratsvorsitzender von Werder Bremen, ehemaliger Fußball-Europameister und Vize-Weltmeister, hat einige interessante Geschichten mitgebracht. Sein Club engagiert sich schon länger im Bereich Inklusion. Von der integrativen Ballschule bis hin zu inklusiven Bundesliga-Auswärtsfahrten, bei Werder Bremen gehören vor allem Kinder und Jugendliche mit Behinderungen schon lange dazu. Schicksale und Geschichten, mit denen sich die Jugendlichen identifizieren können- so stößt der Film Gold Diskussionen an.

Genau das ist auch das Ziel der “Gold”-Schulaktion: Für die meisten Menschen ist der Begriff Inklusion etwas sehr Abstraktes und Theoretisches, also nichts was sie selbst unmittelbar betrifft. Und genau das wollen wir ändern: Denn Inklusion betrifft jeden. Geschichten wie die von Andreas Schneider oder Kirsten Bruhn führen uns allen vor Augen, dass es jeden und jede von uns treffen kann. Jederzeit – ob beim Baden oder beim Motorradfahren in Griechenland.

Und wo setzt man bei so einem Thema besser an, als bei den Erwachsenen von morgen? Nachdem wir schon vor einiger Zeit Erfolge in Hamburg verbuchen konnten – der Film GOLD mit Vorführlizenz wurde schon 2014 an allen weiterführenden Schulen in Hamburg verteilt und in den Ausbildungslehrplan der Hamburger Polizei aufgenommen – freuen wir uns, dass wir nun auch bundesweit etwas zur Diskussion zum Thema Inklusion beitragen können. Und Bremen war ja erst der Anfang. In Kooperation mit den jeweiligen Unfallkassen stehen uns  und Kirsten Bruhn noch so einige feierliche Übergaben der Vorführlizenzen bevor.

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