Am 10. September habe ich den ersten Teil der Doku-Serie „Auf Leben und Tod – das Unfallkrankenhaus Berlin“ im rbb gesehen. In vier Folgen stellt die Reihe eine der modernsten und größten Notaufnahmen in Europa vor. Im Mittelpunkt stehen Ärzte, Therapeuten und Krankenschwestern mit ihren Patienten.

In vier Folgen führt die Reihe in das modernste Unfallkrankenhaus Deutschlands. Im Mittelpunkt stehen Ärzte und Patienten. Erzählt wird vom anstrengenden und faszinierenden Krankenhausalltag. Im Unfallkrankenhaus ist der Notfall an der Tagesordnung, die Ausnahmesituation die Regel. Hier eine Szene aus dem OP.

Im Unfallkrankenhaus ist der Notfall an der Tagesordnung, die Ausnahmesituation die Regel. Hier eine Szene aus dem OP.
Bild: rbb

Jährlich behandelt die berufsgenossenschaftliche Klinik über 87.000 Patienten. 55.000 Menschen suchen allein in der Rettungsstelle jedes Jahr Hilfe – 55.000 Schicksale, 55.000 Geschichten. Eine davon ist die des 18-jährigen Philipp Rieck, der mit dem Rettungshubschrauber ins Unfallklinikum eingeliefert wird. Er hat sich mit einem Lastwagen überschlagen und kann nach einem Halswirbelbruch seine Beine nicht mehr bewegen – eine dramatische Diagnose, mit der ich nicht so pragmatisch umgehen würde wie er. Für den 18-Jährigen hat sich mit einem Mal alles verändert. Seine Ausbildung zum Landschaftsgärtner steht in den Sternen, seine Wohnung, sein Führerschein – alles ist offen. Den Tränen nahe fragt sich Philipps Mutter, ob er wieder nach Hause kommt und ob sie überhaupt noch weiter arbeiten gehen werden kann. Ein langer Weg für Philipp beginnt und die Serie begleitet ihn dabei. Was am Ende der Behandlung bleiben wird, wie Philipps Leben weitergehen wird, kann man jetzt noch nicht sagen. Doch sicher ist: Es wird ein großer Schaden verbleiben, diagnostiziert Arzt Dr. Andreas Niedeggen schon jetzt. Dennoch ist Philipp bei der Visite „wunschlos glücklich“, denn er „kann ja nun nicht aufgeben. Das Leben geht ja weiter“.

rbb Fernsehen AUF LEBEN UND TOD - DAS UNFALLKRANKENHAUS BERLIN, FOLGE 2, "Vierteilige Doku-Soap", am Mittwoch (17.09.14) um 21:00 Uhr. Der 18-jährige Philipp (Foto) hat einen schweren Unfall überlebt. Er ist seitdem querschnittgelähmt. Aber er kämpft und verliert den Mut nicht.

Der 18-jährige Philipp hat einen schweren Unfall überlebt. Er ist seitdem querschnittgelähmt. Aber er kämpft und verliert den Mut nicht. Bild: rbb/Johannes Mayer

Genauso beeindruckend wie Philipp sind auch die anderen Patienten, die in der ersten Episode von „Auf Leben und Tod“ begleitet werden. Da ist zum Beispiel Martin Malicki, der nach einem Arbeitsunfall in einer Papierfabrik den Arm verlor und nun 5 Tage zur Prothesenrehabilitation im Unfallkrankenhaus Berlin ist. Auch er nimmt sein Schicksal mit einer beeindruckenden Gelassenheit an, obwohl auch er deutlich macht, was für eine Belastung die zahlreichen Operationen für ihn bedeuteten. Am meisten beeindruckt hat mich, dass Martin Maliki dennoch positiv mit seiner Situation umgeht und sogar scherzhaft mit der neuen Rotationsfunktion seiner Armprothese spielt, sodass man selbst lachen muss. Nicht nur die Zuversicht der Patienten hat mich berührt, auch das Engagement der Krankenschwestern, Therapeuten und Ärzte geht einem nahe. Mit Freude und Begeisterung kümmern sie sich intensiv um die Patienten. Man merkt ihnen an, dass sie sich über die Fortschritte ihrer Patienten freuen, obwohl auch sie zugeben, dass sie nicht unberührt von den Schicksalen bleiben. Es geht um das Leben und kleine Wunder, um stille Helden im Verborgenen und die Leidenschaft – heißt es im Trailer zur Serie. Und das merkt man schon nach der ersten Folge.

Die Serie läuft immer mittwochs, 21 Uhr im rbb, der nächste Teil heute, am 17.09.

Das Unfallkrankenhaus Berlin ist ein hoch spezialisiertes klinisches Zentrum zur Behandlung Schwerkranker und zur Rettung und Rehabilitation Schwerverletzter. Es stellt somit einen wichtigen Teil der gesetzlichen Unfallversicherung bei der Versorgung von Arbeits- und Wegeunfällen dar.

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