Gespannt warteten die deutschen Gastgeber der BGHM auf ihre Gäste, die extra aus dem fernen Südkorea angereist sind, um das System der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung kennenzulernen. Die BGHM war die letzte Station ihrer Reise.

Während des einwöchigen Aufenthalts in Deutschland haben die Koreanerinnen und Koreaner bereits viele Eindrücke gesammelt: Zu Beginn ihrer Reise erfuhren sie im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) Hintergründe zu den Aufgaben des Ärztlichen Sachverständigenbeirats Berufskrankheiten (ÄSVB). Welche Krankheit wann und wie zur Berufskrankheit wird, erfuhr die Gruppe während des Gesprächs. In der DGUV in Sankt Augustin erhielten die Gäste anschließend einen Überblick über die Strukturen, Abläufe und Aufgaben des Sozialversicherungssystems. Praxisorientiert wurde es dann bei der BG Bau in Wuppertal, wo die Gruppe unter anderem eine Baustelle besichtigte. Nun war Dortmund an der Reihe: Eine Führung durch die Deutsche Arbeitsschutzausstellung (DASA) brachte Abwechslung in das Programm. In der BG-Klinik Bergmannsheil in Bochum erfuhren sie dann Interessantes zur Krankenhausversorgung nach einem Arbeitsunfall und am vierten Tag ging es nach Heidelberg zur BG RCI. Verschiedene Präventionsthemen standen hier im Fokus.

Besuch aus Südkorea: Die Delegation tauschte sich mit der BGHM zu den Themen Unfallversicherung und Rehabilitation aus. Bild: BGHM

Besuch aus Südkorea: Die Delegation tauschte sich mit der BGHM zu den Themen Unfallversicherung und Rehabilitation aus. Bild: BGHM

Am fünften und letzten Tag war die BGHM in Mainz an der Reihe. „Es ist ein toller Erfolg, dass wir uns hier treffen können, um die BGHM und das deutsche Sozialversicherungssystem kennenzulernen“, begrüßte eine koreanische Teilnehmerin die BGHM. Oliver Welz ist Reha-Manager bei der BGHM. Vor elf Jahren war er schon mal in Korea, um einer hochrangigen Delegation den „Berufshelfer“ vorzustellen. „Sehr förmlich und offiziell war das Treffen“, erinnert er sich. Umso überraschter war er, als die zehnköpfige Delegation mit lockerer Kleidung und hohem Frauenanteil den Raum betrat. Denn bei offiziellen oder geschäftlichen Treffen in Südkorea sind laut Business Knigge Anzug und Krawatte Pflicht. Nach fleißigem Händeschütteln zur Begrüßung stellten sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Runde vor. Einen optimalen Austausch ermöglichte eine Dolmetscherin, die Gespräche vom Deutschen ins Koreanische und umgekehrt übersetzte.

Interessiert und aufmerksam zeigten sich die asiatischen Expertinnen und Experten aus Bereichen wie Arbeitspolitik und -medizin, als die Gastgeber der BGHM unterschiedliche Themen präsentieren. Dr. Wolfgang Römer, Mitglied der Geschäftsführung der BGHM, eröffnete den Dialog mit einer Vorstellung der BGHM. Viele Fragen hatten die Zuhörerinnen und Zuhörer, als es um die umfassende IT-Landschaft ging. Esther Trost, Leiterin der Abteilung Softwareentwicklung, gab hierzu Hintergrundinformationen. Der Themenkomplex Berufskrankheiten (BK), der sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zum koreanischen Unfallversicherungssystem aufweist, war für die Gäste von großer Bedeutung. Frank Weisgerber, Leiter des Sachgebiets Berufskrankheiten, beschrieb die Bearbeitung eines Falles anhand eines Lungenkrebs-Beispiels. Wie man BK-Manager wird, war für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besonders interessant, denn die Ausbildung mit eigenem Studiengang „Sozialversicherung“ gibt es in Südkorea nicht. „Das Ausbildungssystem möchten wir in Korea noch optimieren“, sagt Inah Kim, Lehrbeauftragte im Bereich Arbeitsmedizin der „Hanyang University“ in Seoul, Südkorea. „Außerdem ist das Regelwerk der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung sehr präzise und klar. Der Zusammenhang zwischen versicherter Tätigkeit und Gesundheitsschaden ist deutlich geregelt. In Korea möchten wir dieses Kausalitätsprinzip noch verbessern“, ergänzt sie. Oliver Welz und Andreas Asel, stellvertretender Leiter des Sachgebiets Unfall, stellten die Themen Reha-Management und Unfall vor. Auch hierzu hatten die Koreanerinnen und Koreaner zahlreiche Fragen. Zuletzt erläuterte Fredi Lahr, Leiter der Hauptabteilung Rehabilitation, das Widerspruchs- und Sozialgerichtsverfahren. Nach einem informativen Tag mit vielen neuen Eindrücken verabschiedeten sich die südkoreanischen Gäste und die deutschen Gastgeber voneinander. Ein erfolgreicher Austausch, der den Arbeitsschutz auch international vorantreibt!

Dies ist ein Gastbeitrag von Susanne Spindler, Mitarbeiterin in der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit bei der Berufsgenossenschaft Holz und Metall.

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