Girls' Day im IFA

Erster Kontakt mit einem echten Roboter: Physikerinnen finden im IFA vielfältige Aufgabengebiete, z.B. in der Untersuchung neuer Technologien und ihrer Sicherheitsanforderungen.

Gerade erst hat in Berlin die Auftaktveranstaltung zum sogenannten Dialog Arbeiten 4.0 des Bundesministeriums für Arbeit stattgefunden: Wie sieht die Zukunft der Arbeit aus und wie wollen wir sie gestalten? so lauteten die zentralen Fragen. Fragen, die auch wir uns in der DGUV stellen. Dabei geht es nicht nur darum, welche Anforderungen oder gar Risiken die Arbeitsplätze der Zukunft bergen. Es geht auch darum, welche Kompetenzen und Maßnahmen der Arbeitsschutz braucht, um ihnen erfolgreich zu begegnen. Und dabei setzen wir in der Arbeitsschutzforschung auch immer mehr auf gut ausgebildete Wissenschaftlerinnen und weibliche Führungskräfte.

Als ich vor 25 Jahren ins Institut kam, war es – so empfinde ich es im Rückblick – von meist älteren Herren dominiert. Lange Jahre lag der Anteil weiblicher Führungskräfte bei unter fünf Prozent. Wissenschaftlerinnen waren selten, besonders dort, wo es um die Sicherheit von Maschinen und Anlagen ging oder auch um physikalische Einwirkungen wie Lärm, Strahlung und Vibrationen. Das Blatt hat sich gewendet, der Kolleginnenkreis ist deutlich gewachsen – und wir besetzen zunehmend Leitungspositionen.

In Zeiten des demographischen Wandels und zunehmenden Fachkräftemangels eine wichtige Entwicklung, die unsere Wirtschaft und unser Land wettbewerbsfähig hält und die Zukunft der Arbeit sichert.

Löten beim Girls' Day

Erfolgreiche Lötversuche im Elektroniklabor des IFA: Elektronikerinnen für Geräte und Systeme brauchen wir in der Arbeitsschutzforschung, um Prüf- oder Messeinrichtungen zu entwickeln, die es nicht „von der Stange“ gibt.

Deshalb beteiligen wir uns seit vielen Jahren mit Überzeugung am Mädchenzukunftstag, dem Girls‘ Day. Denn auch wenn der Trend – nicht nur in unserer Wahrnehmung – bereits zu mehr Mädchen in Ausbildungsberufen und Studiengängen der Naturwissenschaften und Technik geht, bleibt noch viel zu tun, um für den Arbeitsschutz 4.0 gut gerüstet zu sein.

Dabei hilft, dass die Arbeitsschutzforschung extrem vielfältig und spannend ist: Die Palette der Forschungsgebiete hier im IFA reicht von A wie Atemschutz, über R wie Roboter bis hin zu W wie Wirbelsäulenerkrankung und Z wie zertifizierte Produkte. Die der wissenschaftlichen Disziplinen von der Physik über die Ergonomie bis hin zur Steuerungstechnik.

Und so hoffe ich, dass der kleine Einblick in die Welt der Wissenschaft für sichere und gesunde Arbeit auch heute wieder ein bisschen Überzeugungsarbeit bei den 12 Mädchen leisten konnte – mein neuer Traumjob: Arbeitsschützerin 4.0.

 

 

Ina NeitznerDies ist ein Gastbeitrag von unserer Kollegin Ina Neitzner. Frau Neitzner arbeitet im Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) und leitet dort das Referat “Wissenschaftliche Kooperationen”. In ihre Zuständigkeit fällt auch die Öffentlichkeitsarbeit für das Institut. Privat schlägt ihr Herz für Tanz, Literatur und Frankreich.

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